Ratgeber zum Aussaatplan
Kurz gesagt: Plane deine Aussaat rückwärts vom Erntetermin aus. Nimm den Tag, an dem du zum ersten Mal ernten möchtest, ziehe die Kulturdauer der Pflanze ab (die Tage bis zur Reife, engl. DTM – sie steht im Saatgutkatalog oder auf der Samentüte) und anschließend die Zeit, die die Jungpflanze in der Anzuchtschale verbringt – das ist dein Aussaattermin. Die Kulturdauer zählt ab dem Auspflanzen, nicht ab der Aussaat, deshalb musst du die Wochen in der Anzuchtschale extra dazurechnen. Unten findest du die komplette Methode mit einem durchgerechneten Tomatenbeispiel.
Wie viele Tage brauchen gängige Kulturen?
| Kulturen der kühlen Jahreszeit | Tage bis zur Reife | Kulturen der warmen Jahreszeit | Tage bis zur Reife |
|---|---|---|---|
| Spinat | 50–60 | Tomaten | 80 |
| Brokkoli | 60–70 | Melonen | 80–90 |
| Zwiebeln / Frühlingszwiebeln | 60 | Sommerkürbis | 70–80 |
| Möhren | 60–70 | Auberginen | 80–90 |
| Radieschen | 40–50 | Paprika | 80–90 |
| Salat | 40–50 | Gurken | 75–80 |
| Petersilie | 60–70 | Basilikum | 60–80 |
Kulturen der kühlen Jahreszeit: im Herbst für die Winterernte pflanzen oder im zeitigen Frühjahr für die Ernte im Frühsommer. Kulturen der warmen Jahreszeit: im späten Frühjahr pflanzen und bis in den Herbst hinein ernten.
Rechenbeispiel: 45 kg Tomaten vom 15. August bis 19. Oktober
Beispielkalender für die Planung der Tomatenaussaat.
Rückwärts gerechnet: erste Ernte am 15. August → minus Kulturdauer (72 Tage ab dem Auspflanzen) = Auspflanzen bis zum 4. Juni → minus 6 Wochen in der Anzuchtschale = Aussaat am 23. April. Jede Pflanze trägt etwa 3 Wochen lang, und der gewünschte Erntezeitraum (15. Aug. – 19. Okt.) umfasst 9 Wochen – du brauchst also 9 ÷ 3 = 3 gestaffelte Aussaattermine:
| Aussaattermin | Auspflanzen ins Gewächshaus | Erntezeitraum |
|---|---|---|
| 23. April | 4. Juni | 15. Aug. – 5. Sept. |
| 14. Mai | 25. Juni | 6. Sept. – 27. Sept. |
| 4. Juni | 16. Juli | 28. Sept. – 19. Okt. |
Wozu überhaupt einen Aussaatplan führen?
Egal, wie viele Sorten du pro Saison vorziehst: Mit einem Plan – ob einfach oder ausführlich – behältst du den Überblick über deine vorgezogenen Sorten, nutzt den Platz im Gewächshaus bestmöglich aus und baust dir über die Jahre ein Nachschlagewerk auf, das zeigt, welche Sorten bei dir am besten gelingen. Wenn du in Anzuchtschalen aussäst und später auspflanzt, wähle Sorten, die das Umpflanzen gut vertragen.
Was in dein Anzuchtprotokoll gehört
Notiere für jede Sorte: Name des Saatguts, Aussaatdatum, Tage bis zur Keimung, Anzahl der Schalen, Umpflanzdatum, Zahl der getopften Jungpflanzen, Datum des Umzugs ins Gewächshaus und Anmerkungen. Nach ein, zwei Saisons verrät dir das Protokoll genau, welche Sorten und Termine unter deinen Bedingungen funktionieren.
Häufig gestellte Fragen
Was genau umfasst die Kulturdauer („Tage bis zur Reife“)?
Die Zeit vom Auspflanzen bis zur ersten Ernte. Die Keimung und die Wochen in der Anzuchtschale sind nicht enthalten – rechne sie bei der Rückwärtsplanung extra dazu.
Wie ernte ich durchgehend, statt alles auf einmal zu bekommen?
Säe gestaffelt: Teile den gewünschten Erntezeitraum durch die Ertragsphase einer Pflanze (bei Tomaten etwa 3 Wochen) – so erhältst du die Zahl der Aussaattermine.
Ändert ein Aussaatplan den Wasserbedarf?
Ja – bei gestaffelter Pflanzung teilen sich Jungpflanzen, blühende und fruchttragende Pflanzen ein Gewächshaus, und jede Gruppe braucht unterschiedlich viel Wasser. Eine sensorgesteuerte Bewässerung in Zonen wie der GRAAS iRigator versorgt jede Phase getrennt.