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So wählst du die richtige Saatgutmenge

2024-06-11 0 Comments

Kurz gesagt: Säe immer etwa 20 % mehr Samen, als du Pflanzen brauchst – die Keimrate liegt nie bei 100 %, und der auf der Packung angegebene Wert sinkt mit jedem Jahr Lagerung. Am wichtigsten sind Gesundheit und Keimfähigkeit des Saatguts: Prüfe Abfülljahr und Mindestkeimfähigkeit auf der Packung und biete den Samen die fünf Bedingungen, die du unten findest.

Was brauchen Samen zum Keimen?

Wasser – genug Feuchtigkeit rund um den Samen, damit er aufweicht und die Atmung einsetzt; die Keimung beginnt in dem Moment, in dem die Atmung beginnt.

Luft – Samen brauchen Sauerstoff und etwas Kohlendioxid. Lockere, feuchte Erde liefert beides; zu viel Wasser verschließt die Bodenporen und erstickt die Samen.

Temperatur – siehe Tabelle unten; eine Heizmatte unter ausgewählten Schalen schafft ideale Bedingungen, wenn du nicht das ganze Gewächshaus heizen kannst.

Licht – je nach Art kann Licht die Keimung fördern oder hemmen. Die meisten Gemüsearten verhalten sich ähnlich, sieh für Einzelheiten aber auf der Packung nach.

Erde – Anzuchterde sollte Wasser gut speichern und überschüssiges Wasser trotzdem zuverlässig ablaufen lassen; außerdem muss sie frei von Schädlingen, Krankheiten und Unkraut sein. Mische sie selbst oder kaufe sie fertig.

Kulturart Beispiele Optimale Keimtemperatur
Kühle JahreszeitSalat, Brokkoli10–24 °C
Warme JahreszeitPaprika, Tomaten, Auberginen24–32 °C

Wie viele Samen solltest du für den gewünschten Ertrag aussäen?

Geh vom gewünschten Ertrag pro Gemüseart aus und rechne von dort weiter. Den erwarteten Ertrag pro Pflanze findest du in manchen Saatgutkatalogen, manchmal auf der Packung oder – am besten – in deinem eigenen Erntetagebuch aus den vergangenen Saisons.

Gekeimte Tomatensämlinge in Anzuchtschalen

Bereits gekeimte Tomatensämlinge.

Rechenbeispiel: 45 kg Tomaten

Schritt Ergebnis
Gewünschter Ertrag ÷ Ertrag pro Pflanze45 kg ÷ ~2,25 kg = 20 Pflanzen
+10–15 % Pflanzen (Wetter, Feuchtigkeitsrisiko)~23 Pflanzen
+20 % Samen (Keimverluste)~28 Samen aussäen

Mit achtundzwanzig Samen hast du einen ordentlichen Puffer – keimen alle, können diese Pflanzen in einem guten Jahr bis zu 63 kg liefern. Überzählige Jungpflanzen kannst du verkaufen oder verschenken, und wenn du die genaue Pflanzenzahl kennst, kannst du auch die Gewächshausfläche berechnen, die du brauchst.

Häufig gestellte Fragen

Keimen alte Samen noch?
Oft ja, aber mit geringerer Keimrate – die Keimfähigkeit sinkt mit jedem Lagerjahr. Prüfe das Abfülljahr auf der Packung und säe zum Ausgleich etwas mehr.

Warum keimen meine Samen in feuchter Erde nicht?
Meist liegt es an der Temperatur (Kulturen der warmen Jahreszeit brauchen 24–32 °C) oder an vernässter Erde, die keinen Sauerstoff mehr durchlässt. Mit einer Heizmatte und sparsamerem Gießen ist das Problem meist behoben.

Wie hilft automatische Bewässerung in der Anzuchtphase?
Jungpflanzen brauchen kleine, gleichmäßige Wassergaben – genau daran scheitert eine reine Zeitsteuerung. Eine Zonensteuerung nach Bodenfeuchte hält die Schalen feucht, ohne die Poren zu fluten, durch die die Samen atmen.

Zum GRAAS iRigator

Weiter: Erstelle deinen Aussaatplan →

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