Gewächshausbeleuchtung: Welche Lampen sind die richtigen?
Kurz gesagt: Für die meisten Gewächshäuser sind LED-Pflanzenlampen auf lange Sicht die beste Wahl – sie halten 50.000–100.000 Stunden, erzeugen fast keine Wärme und liefern ein ausgewogenes Verhältnis von blauem und rotem Licht. Leuchtstofflampen bleiben die günstige Lösung für Jungpflanzen, HID-Lampen eignen sich für große Anbauflächen, und Glühlampen lohnen sich nur als billige Punktbeleuchtung. So schneiden die vier gängigen Typen im Vergleich ab.
Welcher Lampentyp ist fürs Gewächshaus am besten?
| Lampentyp | Lebensdauer | Wärme | Ideal für |
|---|---|---|---|
| Glühlampe | < 1.000 h | Hoch | Punktbeleuchtung einzelner Pflanzen |
| Leuchtstofflampe | bis zu 20.000 h | Gering | Jungpflanzen, kleine Anlagen |
| HID | Mittel | Hoch | Große Anbauflächen |
| LED | 50.000–100.000 h | Fast keine | Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis insgesamt |
1. Glühlampen
Glühlampen als zusätzliche Lichtquellen.
Oft als Strahler für eine einzelne Pflanze oder eine kleine Gruppe eingesetzt. Hänge sie mindestens 60 cm von den Pflanzen entfernt auf – sie werden heiß – und so, dass sie bei der Arbeit im Gewächshaus nicht stören.
Vorteile: in der Anschaffung am günstigsten. Nachteile: Lebensdauer unter 1.000 Stunden, und der größte Teil der Energie wird zu Wärme statt zu Licht.
2. Leuchtstoff-Pflanzenlampen
Leuchtstoff-Pflanzenlampen.
Ideal für Jungpflanzen: Sie geben traditionell Licht im blauen Spektrum ab, das das Wachstum fördert, und bleiben so kühl, dass sie nur 5–10 cm über den Pflanzen hängen können (hänge sie höher, wenn die Pflanzen wachsen). T8 und T12 bezeichnen den Röhrendurchmesser; neuere Röhren mit rotem Spektrum und Vollspektrum unterstützen die Blüte, und T5-Röhren liefern bei gleichem Energieverbrauch dreimal so viel Licht wie T8/T12.
Vorteile: effizient, bis zu 20.000 Stunden, schonend für Jungpflanzen. Nachteile: geringere Lichtstärke – als alleinige Beleuchtung für große Fruchtgemüse reichen sie nicht.
3. Hochdruckentladungslampen (HID)
HID-Lampe in einem Gewächshaus.
Für große Anbauflächen gebaut: Dank der hohen Leistung, für die ein Vorschaltgerät sorgt, können sie hoch über den Pflanzen hängen, meist mit Reflektoren. Es gibt zwei Typen – Halogen-Metalldampflampen (blaues Spektrum, nah am Tageslicht, gut als Hauptbeleuchtung) und Natriumdampf-Hochdrucklampen (rotes Spektrum, fördern geraden, gesunden Wuchs und halten länger). Tausche sie nach den Angaben des Herstellers: Alte Lampen leuchten zwar noch, geben aber weniger Licht bei höherem Energieverbrauch.
Vorteile: leuchten große Flächen mit intensivem Licht aus. Nachteile: geben Wärme ab, die Blätter verbrennen kann, wenn sie zu tief hängen; die Aufhängehöhe hängt von der Wattzahl ab.
4. LED-Pflanzenlampen
LED-Lampen für die Pflanzenbeleuchtung im Gewächshaus.
LEDs liefern ein ausgewogenes Verhältnis von blauem und rotem Licht, sind kompakt und leicht, bieten eine hohe Lichtstärke und erzeugen fast keine Wärme – das macht sie sehr energieeffizient.
Vorteile: durchschnittliche Lebensdauer von 50.000–100.000 Stunden und die niedrigsten Betriebskosten – unterm Strich die wirtschaftlichste Lösung. Nachteile: der höchste Anschaffungspreis, vor allem im Vergleich zu T5-Leuchtstoffröhren.
Wie senkst du den Energieverbrauch im Gewächshaus?
Beleuchtung, Lüftung und Heizung summieren sich, besonders in kälteren Regionen. Die wirksamsten Maßnahmen:
Abdichten: Risse und Spalten beseitigen, Türrahmen abdichten, Löcher in Fundament, Eindeckung und Lüftungsöffnungen reparieren, Türen geschlossen halten.
Dämmen: bei neuen Fundamenten 2–5 cm Polyurethan oder Polystyrol in 45–60 cm Tiefe einbauen; bei bestehenden Fundamenten Risse und Spalten abdichten.
Windschutz an der Nordwand: Immergrüne Gehölze oder ein provisorischer Zaun lenken den Wind über das Gewächshaus hinweg.
Nachtwärme halten: Energieschirme oder Nachtvorhänge verhindern Wärmeverluste über Nacht; IR- und Antikondensfolien verringern die Abstrahlungsverluste unter Polyethylen.
Automatisieren: die Heizung jährlich warten, die Luft mit HAF-Ventilatoren umwälzen, Pflanzen nach ihrem Temperaturbedarf gruppieren und automatische Steuerungen einsetzen – dasselbe Prinzip wie bei der sensorgesteuerten Bewässerung –, damit alles nur läuft, wenn es wirklich gebraucht wird. Mehr zur Luftführung findest du in unserem Ratgeber zu Lüftung und Temperatur.
Häufig gestellte Fragen
Welche Lampen sind für Jungpflanzen am besten?
Leuchtstoff-Pflanzenlampen – Licht im blauen Spektrum fördert das Wachstum, und sie bleiben so kühl, dass sie 5–10 cm über den Pflanzen hängen können.
Lohnt sich der höhere Preis von LED-Pflanzenlampen?
Meistens ja: Mit 50.000–100.000 Stunden halten sie etwa 3- bis 5-mal so lange wie Leuchtstofflampen und verschwenden fast keine Energie als Wärme.
Verändert Zusatzlicht den Wasserbedarf?
Ja – mehr Lichtstunden bedeuten mehr Photosynthese und Verdunstung, der Boden trocknet also schneller aus. Eine Bewässerung mit Bodenfeuchtesensoren passt sich automatisch an.