Eindeckungsmaterialien für Gewächshäuser im Überblick
Die Eindeckung ist das Material über dem Rahmen deines Gewächshauses, durch das das Licht fällt – und sie bestimmt weitgehend Aussehen, Funktion, Kosten und Pflegeaufwand. Kurz gesagt: Doppelstegplatten aus Polycarbonat sind die beliebteste Allround-Lösung (stabil, wärmedämmend, 7–10 Jahre gute Dienste), Polyethylenfolie ist die günstigste Art, ein Gewächshaus einzudecken, und Glas punktet bei Klarheit und Lebensdauer, wenn Rahmen und Budget es tragen. Hier sind die sechs gängigen Varianten mit ihren technischen Werten.
Wie schneiden die Eindeckungsmaterialien im Vergleich ab?
| Material | Lichtdurchlässigkeit* | R-Wert** | Lebensdauer |
|---|---|---|---|
| Glas, einfach | 85–90% | 0.9 | Unbegrenzt (solange es nicht bricht) |
| Isolierglas (Zweifachverglasung) | 70–75% | 1,5–2,0 (Low-E 2,5) | Unbegrenzt (solange es nicht bricht) |
| Polyethylen, einlagige Folie | 80–90% | 0,87 (0,15-mm-Folie) | 1–2 Jahre (UV-Folie) |
| Polyethylen, doppellagige Folie | 60–80% | 1.5–1.7 | 1–2 Jahre (UV-Folie) |
| Polycarbonat, Doppelstegplatte | 83% | 1.6–1.7 | 7–10 Jahre |
| Polycarbonat, Dreifach-/Vierfachstegplatte | 75% | 1.8–2.5 | 7–10 Jahre |
* Lichtdurchlässigkeit: der Anteil des Lichts in Prozent, der durch das Material ins Gewächshaus gelangt. ** R-Wert: ein gängiges Maß für die Wärmedämmung (hr·°F·sq.ft/Btu) – je höher, desto mehr Wärme bleibt im Inneren.
1. Glas – einfach oder als Isolierglas
Einfachglas bietet die höchste Lichtdurchlässigkeit (85–90 %) und hält unbegrenzt, solange es nicht bricht; gehärtetes Glas ist stabiler und kommt mit weniger Sprossen aus. Isolierglas (werkseitig versiegelte Zweifachverglasung) lässt etwas weniger Licht durch (70–75 %), dämmt dafür aber zwei- bis dreimal so gut und eignet sich damit auch für kalte Regionen.
Vorteile: unbegrenzte Lebensdauer, unübertroffene Klarheit, Isolierglas eignet sich für niedrige Temperaturen. Nachteile: zerbrechlich und unter Umständen nicht schneelastsicher, braucht viele Sprossen (Einfachglas) oder einen schweren, präzisen Rahmen (Isolierglas), und Klarglas streut das Licht nicht – an den Pflanzen können heiße Stellen entstehen.
2. Polyethylenfolie – ein- oder doppellagig
Die günstigste Eindeckung und am einfachsten anzubringen – ein präziser Rahmen ist nicht nötig. Moderne Folien gibt es mit IR-Ausrüstung gegen Wärmeverluste, mit Antitropf- und Antibeschlag-Ausrüstung gegen Kondenswasser und mit EVA-Zusatz gegen Rissbildung bei Kälte. Eine doppelte Lage, bei der ein kleines Gebläse ein Luftpolster zwischen den Folien hält, senkt den Wärmeverlust deutlich (R 1,5–1,7 statt 0,87).
Vorteile: geringste Kosten, schnelle Montage, gute Lichtdurchlässigkeit im Neuzustand. Nachteile: reißt leicht, wird mit der Zeit trüb, dehnt sich bei Temperaturschwankungen aus und zieht sich zusammen, und selbst UV-beständige Folie muss alle 1–2 Jahre ersetzt werden.
3. Polycarbonat – Doppel-, Dreifach- oder Vierfachstegplatten
Starre Stegplatten vereinen Stabilität, Wärmedämmung und gute Verarbeitbarkeit: 83 % Lichtdurchlässigkeit bei Doppelstegplatten, mit jeder weiteren Kammer steigende R-Werte (bis zu 2,5 bei 16 mm starken Dreifachstegplatten). Polycarbonat ist die feuerbeständigste Eindeckung, UV-beständig, sehr stabil und trotzdem leicht, einfach zuzuschneiden und zu montieren und leistet 7–10 Jahre lang gute Dienste – deshalb ist es in den letzten Jahren zum Liebling der Gärtner geworden.
Vorteile: stabil, wärmedämmend, lichtstreuend, leicht zu verarbeiten, lange Lebensdauer. Nachteile: kann teuer sein und ist nur teilweise durchsichtig – so klar wie Glas wird es nicht.
Welche Eindeckung solltest du wählen?
Stimme das Material auf dein Budget, das Klima, den Standort und die Nutzung des Gewächshauses ab: Glas für Dauerhaftigkeit und maximales Licht, Polyethylen für die niedrigsten Kosten und einfachen Selbstbau, Polycarbonat für das beste Verhältnis von Haltbarkeit und Wärmedämmung. Denke daran, dass die Eindeckung auch die Bewässerung beeinflusst: Besser gedämmte Eindeckungen halten Wärme und Feuchtigkeit länger, sodass der Boden im Lauf der Saison unterschiedlich schnell austrocknet – ein weiterer Fall, in dem eine Bewässerung nach Bodenfeuchte einem festen Zeitplan überlegen ist.
Häufig gestellte Fragen
Welche Eindeckung ist der beste Allrounder?
Doppelstegplatten aus Polycarbonat – 83 % Lichtdurchlässigkeit, ein R-Wert von etwa 1,6–1,7, sehr stabil und 7–10 Jahre gute Dienste zu einem mittleren Preis.
Wie oft muss Polyethylenfolie ersetzt werden?
UV-beständige Folie hält in der Regel 1–2 Jahre; mit dem Alter lässt die Lichtdurchlässigkeit nach, plane also einen regelmäßigen Austausch ein.
Beeinflusst die Eindeckung, wie viel ich gießen muss?
Ja – Eindeckungen mit höherem R-Wert halten Wärme und Feuchtigkeit im Gewächshaus, sodass der Boden langsamer austrocknet, während einlagige Folien beides schnell verlieren. Bodenfeuchtesensoren passen die Bewässerung an die tatsächlichen Bedingungen unter deiner Eindeckung an.